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Basellandschaftliche Zeitung, 19. Juni 1987

«I Musici di Gotemburgo» in Liestal, Konzert für Streicher und Spinett

Liestal

fgy. Im Rahmen ihrer Konzerttournee durch Österreich und die Schweiz gastierten am vergangenen Mittwoch abend die Musiker des schwedischen Ensembles «I Musici di Gotemburgo» in der Stadtkirche zu Liestal.

«I Musici di Gotemburgo» wurden durch die Initiative des Solocellisten Tibor Molnár vor rund zweieinhalb Jahren gegründet. Die Mitglieder stammen aus den Stora Teaterns Orkester Göteborgs, sie sind Sinfoniker und zugleich auch Musiklehrer, kurz Berufsmusiker.

Das Repertoire des Ensembles umfasst Werke vom Barock bis zur heutigen Musik. Die Besetzung umfasst normalerweise zehn Streichinstrumente und ein Cembalo. Das Ensemble eröffnete seine Schweizer Tournee mit Erfolg in Zürich und wird nach Liestal an den Festwochen in Frauenfeld und anschliessend noch in Aadorf auftreten.

Das junge Ensemble vermochte ein aufmerksames Publikum zu begeistern. Unter der Leitung von Tibor Molnar vermochten die Streicher und Solisten gehegte Wünsche zu erfüllen, standen doch wirkliche musikalische Leckerbissen auf dem Programm. Den Auftakt bildete die «Sinfonia Nr 3 CDur» von Tomaso Albinoni (1671 bis 1750) mit den Sätzen Allegro, Menuetto, Allegro. Konzertmeisterin Melinda Vasarelyi Molnar führte das Ensemble einfühlsam durch das Werk Albinonis. Als weiteres Werk stand eigentlich Bachs «Brandenburgisches Konzert lt. 5» auf dem Programm. Leider musste dieses Meisterwerk infolge Ausfall des Cembalos abgeseilt werden. Als guter Ersatz erklang die «H-moll-Suite» von J.S. Bach (1685 bis 1750), allgemein bezeichnet als das «Spitzenwerk» für Flötisten. Als Solistin brillierte Anna Hertner, Querflöte, Basel, mit hervorragendem Können (Anna Hertner absolvierte ihre ersten Flötenstunden in Liestal). Eine weitere ausgezeichnete Solistin war Olivia Petrovan Oeberg am Spinett. Als zweites Bach-Werk wurde anschliessend das «Doppelkonzert d-moll» aufgeführt, hier als Streichersolisten Melinda Vasarelyi Molnár und Attila Szabo.

Nach einer kurzen Pause folgte dann als ein weiterer Höhepunkt die «Serenade Opus 48» von P. Tschaikowsky (1840 bis 1893). Die ausgezeichnete Interpretation verlangte vom Ensemble ungemeines musikalisches Können, welches hier gleichermassen unter Beweis gestellt wurde wie in Bachs "Hmoll-Suite». In allen fünf Sätzen, vorab in der «Elegie» mit deren Variationen über ein russisches Volkslied, wurden die zehn Streicher Tschaikowskys Notengefüge und dessen musikalischen Wesenszügen vollumfänglich gerecht.

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